Wassertor - Museum



Turmgeschichte und Museum
Bei den Führungen durch das Turmmuseum rückt Vergangenheit in die Gegenwart, wird Geschichte lebendig. Die gedrängten räumlichen Möglichkeiten bilden gleichsam die Grundlage der musealen Schwerpunktgestaltung. Jedes Stockwerk zeigt ein abgeschlossenes Ganzes; der Gang durch den Turm wird zum Gang durch die Isnyer Heimatgeschichte.
Die wichtigste Funktion des Torturmes im Rahmen der Stadtummauerung, Bollwerk städtischer Wehr und Wacht, vermittelt schon allein seine wuchtige Gestalt. Im Tordurchgang kontrollierten Stadtknechte den Personenverkehr, während im Dachgeschoß der Turmwächter das Gebiet rund ums Wassertor zu bewachen, nach Feind oder Feuersgefahr Ausschau zu halten hatte und zum Alarm die Glocke schlug oder ins Horn blies, je nach dem welche Gefahr drohte. Zu Beginn des 30jährigen Krieges erlies der Rat eine verschärfte Wachordnung und beschloß, »...idem ein drat vorm Wasserthor vor deß Thorwartsheußli uff den Thurm hinaufzuerichten an ein besunder glöggelin, damit der uff dem Wasserthor zue seiner Wacht fleißig gemahnet sayi . .«. Als Entlohnung erhielten die Turmwächter »Holz, Strimpf, Schuech und korn . .«.
Den Torwächtern im Tordurchgang wurde aufgetragen, besonders an Markttagen streng aufzupassen und keine Leute passieren zu lassen, »sie haben denn ain Zettelin von dem geschwornen Zoller . .«, d. h. sie konnten einen Nachweis über den für ihre Ware bezahlten Zoll vorweisen. Gar vielerlei wurde durchs Wassertor auf den Isnyer Markt gefahren, getragen oder getrieben, Säcke mit Hafer, Korn oder Lein, frisches und gedörrtes Obst in Fässern und Körben, Ballen gegerbter oder roher Häute, Fässer mit Salz oder »Toback«, Eimer voll Seife oder Honig, Garn für die Weber oder »Eisenboschen«, für die Schmiede, Leinwand, Wachs oder Glaswaren aus dem benachbarten Kreuzthal. Von jeder Fuhre kassierte der Zolleinnehmer seinen Anteil. Weiter war er verpflichtet, gut aufzupassen und »insonderheit aber die frembde arme nit leichtlich hereinlassen . .«.

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