Das Jahr im Zeichen des Flachses

Das Walken oder Mangen
In Isny war eine Walke in der Nähe der Achquelle in der Vorstadt und vermutlich in späterer Zeit in der Appretur am oberen Graben. Nach dem Bleichen wurde die Leinwand in die Mange oder Walke geschafft. Dort wurde der Stoff gestärkt und unter sehr schweren Rollen durchgewalkt und somit geglättet.
Nach dem Walken oder Mangen wurde das Leinen zu Rollen verpackt und zur Schau getragen.

Die Leinwandschau in Isny
Die fertige Leinwand unterlag dem "Schauzwang", den eine städtische Schaukommission in Isny ausübte. Dadurch wurde sichergestellt, dass nur einwandfreie Ware mit hoher Qualität in den Handel kam.

Das gute Tuch erhielt in Isny als Schauzeichen das "Gilgenzeichen" (Lilienzeichen), das schlechtgewirkte Tuch wurde in etwa 10 Meter lange Stücke zerschnitten und war nur für den hiesigen Verkauf bestimmt. Die mittlere Qualität wird durch "Durchlöchern" gekennzeichnet. Später wurde die bessere Leinwand mit einem Rosseisen mit darüberstehendem Kreuz, die schlechtere mit dem gleichen Zeichen, doch ohne Kreuz, kenntlich gemacht.
Nur gute, einwandfreie Ware durfte in den Handel kommen. Wer sich den Anordnungen des Rates widersetzte und eventuell falsche Stempel verwendete, wurde streng bestraft (z.B. Ausweisung aus der Stadt).

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