Das Jahr im Zeichen des Flachses

Spannung und endlose Kettfäden
Man muss beim Weben die Schussfäden immer wieder zusammenschieben, damit der Stoff dicht wird. Dazu wird der Webkamm benutzt, ursprünglich einfach ein Stock, mit dem man zwischen die Kettfäden fuhr und die Schussfäden zusammenschob, heute jedoch eine Art großer Kamm, mit dessen Zinken man zwischen die Kettfäden fährt. Man zieht ihn in Richtung auf das schon gewebte Material, damit die Schussfäden dicht liegen.
Schnelles Weben

Der Erfinder des Webschaftes erkannte, dass es das Weben wesentlich erleichtert und beschleunigt, wenn man die Kettfaden in unterschiedliche Ebenen heben und so ein Webfach erzeugen kann, durch welches das Schiffchen schnell hindurchgleitet.

Webschäfte

Ein Webschaft hat abwechselnd Schlitze und Löcher. Unten sieht man, wie die Kettfäden, die durch die Löcher laufen, angehoben werden, während die in den Schlitzen liegenden auf der Ausgangsebene verbleiben
Beim Weben sitzt der Weber auf einem Brett am Ende des Webstuhls und wirft das Weberschiffchen mit dem "Schussfaden" zwischen den Kettfäden hin und her. Die Füße betätigen dabei die Pedale, die sogenannten Schemel oder Tritte, um die Kettfäden zu kreuzen und so das Gewebe herzustellen.
Ein fleißiger und geübter Weber schafft am Tag etwa 6 m Leinen bei etwa 50 cm Breite. Die Breite der gewebten Leinwand ergibt sich durch die Spannweite der Arme des Webers. Wollte man breitere Leinwand herstellen, mussten zwei Mann am Webstuhl arbeiten. Eine wesentliche technische Weiterentwicklung im 18. Jahrhundert beim Weben war der "Ladewebstuhl" oder "Schnelllade", durch den die Produktion verdoppelt wurde.
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